Protrait zweier älterer Damen

Für ein gutes
Leben mit Demenz

Aus den Morgengedanken im ORF-Radio von Diakonie 
Direktorin Maria Katharina Moser zum Thema Demenz

„Wenn ich über all das schreibe, wird mir bewusst, wie anders mein Leben heute ist“, schreibt Helga Rohra über ihr Leben mit Demenz. „Und ich spüre eine unendliche Wehmut, aber zugleich auch Stolz. Ich bin trotzdem ich geblieben, mit und ohne Demenz!“

Das Ich bleibt

Das Bild, das sich unsere Gesellschaft von Demenz macht, ist negativ. Das zeigt sich schon im Wort: De-menz heißt Verlust der mens – der Seele, des Geistes, des Verstandes, des. Demenz gilt als Persönlichkeitsverlust, die Menschen, die mit dieser Krankheit leben, als „Schatten ihres früheren Selbst“.

Menschen mit Demenz verlieren ihre Persönlichkeit nicht. Jeder Mensch ist Geschöpf Gottes, eine einmalige Person, ob mit oder ohne Demenz. Die Person ist mehr als ihre geistigen Fähigkeiten. Nicht nur „cogito ergo sum – ich denke, also bin ich“, sondern: Ich schmecke, also bin ich. Ich rieche, fühle, lebe in Beziehungen, also bin ich. Unser Gedächtnis ist auch Leibgedächtnis – das, was uns in Fleisch und Blut übergegangen ist: vertraute Wege, Orte, Geschmäcker, Gerüche, Klänge, Lieder, Gebete und Rituale.

Wenn Menschen mit Demenz leben, schwindet vieles. Aber das Ich bleibt. Für ein gutes Leben mit Demenz.

(Beitrag nachhören unter https://religion.orf.at/radio/stories/2971396/ )

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