Portrait einer Seniorin

Menschen
ändern sich

Aus den Morgengedanken im ORF-Radio von Diakonie 
Direktorin Maria Katharina Moser zum Thema Demenz

„Zum Schluss hat er mich nicht mehr erkannt, seine eigene Tochter. Schrecklich!“ erzählt mir die ältere Tochter von Hans beim Beerdigungsgespräch. „Ja“, sagt ihre jüngere Schwester, „aber er hat viel gelacht, viel mehr als früher. Vater war immer so streng. In der Krankheit ist er weicher und liebevoller geworden. Er hat es genossen, wenn ich seine Wange gestreichelt habe.“

Es ist schmerzhaft, wenn ein Angehöriger an Demenz erkrankt. Ein Mensch, den wir lieben, verändert sich. Erinnerungslücken werden häufiger. Wörter wollen ihm nicht einfallen. Er wirkt verloren, kann sich immer schlechter orientieren. Gegenstände wie z.B. eine Gabel kann er nicht mehr gebrauchen, Routineaufgaben werden zum Problem. Das „Weniger-Werden“ ist schwer mit anzusehen. Als besonders schlimm wird erlebt, wenn ein Mensch mit Demenz Familienmitglieder nicht mehr erkennt.

Was hilft: In Beziehung treten. Zuhören. Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zu verstehen versuchen. Sich auf ihre Fähigkeiten konzentrieren. Emotionale Zuwendung.

Wenn Menschen mit Demenz leben, schwindet vieles. Aber die Fähigkeit zu lieben, bleibt. Für ein gutes Leben mit Demenz.

(Beitrag nachhören unter https://religion.orf.at/radio/stories/2971400/ )

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