Was heißt
Demenz?

Anzeichen, Verdacht, Therapien

"Wissen Sie, das Leben, das war dies und das, von jedem ’was, nicht wahr? Und dann kam Herr Alzheimer und hat alles um- und dummgewirbelt. Und ich habe vergessen – uh, was habe ich alles vergessen. Furchtbar, furchtbar, furchtbar. ... Und dann ... dann kam so ein Tag, ... und dann ich auch noch den Kopf verloren. Wie weg, alles blank. Irgendwie, leben muss ich ja irgendwie mit diesem Herrn Alzheimer, auch wenn ich ihn nicht eingeladen habe. Nun ist der da und basta. Ja." 

(82jährige Bewohnerin eines Pflegeheims, lebt mit Demenz; zit.n. Fröchtling, Andrea, „Und dann habe ich auch noch den Kopf verloren ...“ Menschen mit Demenz in Theologie, Seelsorge und Gottesdienst wahrnehmen, Leipzig 2008, 19.)

Es gibt verschiedene Formen von Demenz. Die Entwicklung der Symptome unterscheidet sich je nach Typ. Kernsymptom ist eine Verminderung kognitiver Fähigkeiten: Orientierungsstörungen, Wortfindungsstörungen, Veränderung der Sprachbildung, Gegenstände können nicht mehr gebraucht werden, Personen werden nicht mehr erkannt, der Alltag kann ohne Hilfe nicht bewältigt werden. Dazu kommen Verhaltensveränderungen (Unruhe, so genanntes Wandern, Aggressivität, Verstecken von Gegenständen, Störung des Tag-Nacht-Rhythmus) und psychische Symptome (Depressivität, Ängste, Stimmungsschwankungen).

Der Psychogerontologe Tom Kitwood hat gezeigt, dass die beschriebenen Symptome nicht nur auf Veränderungen im Gehirn zurückzuführen sind. Sie entstehen auch durch negative Reaktionen der Umwelt. Menschen mit Demenz äußern Wünschen und Bedürfnisse – doch das wird überhört oder missachtet. Sie haben Ressourcen – doch ihre Fähigkeiten werden nicht wahrgenommen. Sie werden wir kleine Kinder behandelt. Mit Tricks wie Notlügen oder Täuschung werden sie zur Mitwirkung gezwungen. In ihrer Anwesenheit wird über sie gesprochen, als wären sie nicht da.

Studien zeigen: Menschen mit Demenz nehmen Alltagssituationen differenziert wahr. Gefühle und aktuelle Bedürfnisse treten in den Vordergrund. Beziehungen, Daseinsthemen und das, was in Fleisch und Blut übergegangen ist – vertraute Umgangsformen, Musik, Lieder, Gebete, Gerüche, Geschmäcker – sind Eckpfeiler eines guten Lebens mit Demenz.
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Für ein gutes Leben mit Demenz!

Demenz ist ein angstbesetztes Thema. Es ist schmerzhaft wenn ein Angehöriger erkrankt. Doch Menschen mit Demenz sind mehr als ihre Krankheit. Mit der Kampagne "Für ein gutes Leben mit Demenz" setzt die Diakonie dem gesellschaftlich vorherrschenden negativen Bild von Demenz ihre Botschaft entgegen:
» Auch wenn vieles schwindet – die Fähigkeit, das Leben zu genießen; das Ich bleibt die Menschenwürde bleibt. «
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Die Diakonie in Österreich

Die Diakonie zählt zu den fünf größten Sozialorganisationen in Österreich. Ihre MitarbeiterInnen sind in den unterschiedlichsten Sparten tätig – denn auch das Tätigkeitsfeld der Diakonie ist breit gefächert. Insgesamt beschäftigt sie rund 9.000 haupt- und weitere tausende ehrenamtliche MitarbeiterInnen an ca. 600 Standorten in Österreich.

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