Anzeichen 
einer Demenz

Helga Rohra schreibt über ihr Leben mit Demenz: "Wenn ich über all das schreibe, wird mir bewusst, wie anders mein Leben heute ist. War ich es, die dieses Leben hatte? Und ich spüre eine unendliche Wehmut, aber zugleich auch Stolz: Ich bin trotzdem ich geblieben, mit und ohne Demenz." 

(aus: Rohra, Helga, Aus dem Schatten treten. Warum ich mich für unsere Rechte als Demenzbetroffene einsetze, Frankfurt a.M. 3. Aufl. 2012.)

Heute sind bis zu 100 verschiedene Krankheitsbilder bekannt, die eine Demenz verursachen können und von denen einige gut behandelbar sind. Am häufigsten kommen jedoch sogenannte neurodegenerative Formen wie die Alzheimer-Krankheit vor, bei denen es zu einer fortschreitenden, irreparablen Zerstörung von Nervenzellen kommt.

Auch wenn das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, im höheren Alter deutlich steigt, handelt es sich keineswegs um eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens, die jeden Menschen mehr oder weniger betrifft, sondern um eine Erkrankung, die typischerweise im Alter auftritt.

Neben einer Beeinträchtigung der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses müssen weitere Funktionsbereiche des Gehirns betroffen sein, wie z.B.

  • das Denkvermögen,
  • die Urteilsfähigkeit,
  • die Sprache,
  • die Orientierung oder
  • die praktische Handlungsfähigkeit. 

Außerdem müssen die Symptome so schwerwiegend sein, dass sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung führen.

Demenz ist mehr

als nur "Vergesslichkeit"

 

Was sind erste Anzeichen einer Demenz?

Auch wenn sich die Symptome einer Demenz je nach Art der zugrundeliegenden Krankheit sowie individuell deutlich unterscheiden können, gibt es charakteristische Veränderungen, bei denen Sie hellhörig werden sollten:

Schuhe hängen am Kleiderständer

Probleme mit dem Gedächtnis

Die meisten Menschen vergessen ab und zu Namen oder Termine; das ist völlig normal. Auffällig ist es dagegen, wenn solche Erinnerungslücken immer häufiger vorkommen und auch vertraute Namen oder Telefonnummern sowie kurz zurückliegende Ereignisse betreffen, wenn im Gegensatz zu früher ständig Dinge „verlegt“ oder Personen nicht wiedererkannt werden.

Zwei ältere Damen spielen Memory

Probleme bei Routineaufgaben

Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Planung und Durchführung komplexerer Handlungen und Aktivitäten im privaten oder beruflichen Bereich, z. B. der Erledigung von Bankgeschäften.

Zwei ältere Herren schauen sich an

Probleme mit der Sprache

Betroffenen fällt es immer schwerer, längeren Gesprächen zu folgen und den „roten Faden“ nicht zu verlieren. Sie suchen häufiger nach den richtigen Begriffen und verwenden zunehmend verfehlte oder unpassende Bezeichnungen, Umschreibungen und Füllwörter (z. B. das „Dingsda“).

Person mit Rollator

Probleme bei der Orientierung

Im Gegensatz zu früher zeigen sich häufiger Schwierigkeiten beim Zurechtfinden in einer fremden, später auch in der gewohnten Umgebung. Fragen nach dem aktuellen Datum (Wochentag, Monat, Jahr) oder der Uhrzeit führen vermehrt zu unsicheren oder falschen Antworten.

Portrait einer Seniorin

Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmung

Betroffene wirken antriebslos und unruhig, zeigen weniger Eigeninitiative, vernachlässigen ihre Hobbies oder treffen ungewöhnliche Entscheidungen. Die Stimmung ist häufig depressiv getönt, es kann zu starken Stimmungsschwankungen kommen.

Eine Frau schaut aus dem Fenster

Sozialer Rückzug

Betroffene ziehen sich immer mehr von ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zurück und nehmen weniger an gemeinsamen Aktivitäten teil, die ihnen vorher Freude bereitet haben.

Lassen Sie sich beraten!

Stellen Sie bei sich oder Ihrem Angehörigen mehrere dieser Warnzeichen fest, sollten Sie nicht zögern, mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber zu sprechen. Sie können sich mit ihren Fragen auch jederzeit an eine Demenzberatung der Diakonie wenden. Hier finden Sie alle Angebote der Diakonie im Überblick.

Angebote
der Diakonie